Bild eines Mannes, der in der Natur einen Vorhang aufzieht und damit Wolken wegschiebt und die Sonne scheinen lässt

Zu mir als Mensch

Zu mir als Mensch

Andrea Zimmermann
Jahrgang 1964
verheiratet

Bereits als Teenagerin interessierte ich mich sehr für die Psyche des Menschen. In meiner Herkunftsfamilie gab es einige Themen, die mich beschäftigen und auch außerhalb erlebte ich, dass sich persönliche Geschichten innerhalb einer Familie immer wieder wiederholten. Ich fragte mich, warum das so ist und vor allem, ob das unwiderruflich so sein musste oder ob ich meinen Weg selbst bestimmen könnte. Glücklicherweise fand ich viele Hinweise darauf, wie man mit den Erlebnissen in der Kindheit umgehen kann, um damit verbundene Prägungen zu erkennen und mit ihnen positiv umzugehen. Ich beschäftigte mich bereits früh mit Themen wie Glaubenssätzen und der Auswirkung unserer familiären Prägungen. Es war spannend und auch herausfordernd, denn nicht jeder in meiner Familie oder Freundeskreis konnte damit etwas anfangen. Ich durfte lernen, dass man nur Menschen helfen darf, die sich helfen lassen wollen und das man sein Wissen nicht ungefragt aufdrängen soll. Heute ist diese Erkenntnis eine wichtige Basis für meine Arbeit. Ich arbeite nur mit Menschen, die sich wirklich helfen lassen wollen und die bereit sind an sich selbst und ihren äußeren Umständen zu arbeiten. Dabei ist es wundervoll zu erleben, wie sich allein durch die eigene Veränderung die Umwelt meiner Klienten und Patienten mit verändert.  

Auch in meiner beruflichen Entwicklung habe ich viele Herausforderungen und Aufgaben erlebt. Als Frau durfte ich sowohl im Angestelltenverhältnis als auch als selbständige Unternehmerin viele Lernerfahrungen machen. Sei es die Herausforderung als erste weibliche Abteilungsleiterin meine "Frau" stehen zu dürfen oder Erfahrungen wie Mobbing oder übergriffige Verhaltensweisen von Männern. Vielfach konnte ich diese aus eigener Kraft oder mit Unterstützung von Freunden und Kollegen meistern. Doch  von Zeit zu Zeit war es wichtig mit jemandem zu sprechen, der meine Verhaltensweisen ohne Rücksicht auf eine persönliche Beziehung zu mir spiegelte. Der mir in meinem privaten Umfeld nicht begegnete, weil ich nicht wollte dass manche Themen in meinem privaten Umfeld bekannt wurden. Für diese Fälle fand ich einen systemisch arbeitenden Coach. Dieser zeigte mir auf, welche Gründe es für mein Verhalten gab und was anders laufen könnte. Er bot mir ein Spielfeld für das Probieren neuer Wege und begleitete mich vertrauensvoll auf meinem Weg. Diese Erfahrungen motivierten mich, selbst diesen Weg zu gehen. Daher habe ich mich kontinuierlich weitergebildet und arbeite heute mit Freude als Therapeutin, Beraterin und Coach für und vor allem mit Menschen.

Meine wichtigsten Erkenntnisse auf meiner persönlichen Lebensreise:

Sei authentisch, verbieg dich nicht, weder für den Job noch für Familie oder Freunde, denn sonst führt das zu Spannungen, zwischenmenschlich, und zu Verspannungen, auch körperlich, und im schlechtesten Fall zu Krankheit.

Alles was mir geschieht, bringt mich einen Schritt weiter in meiner persönlichen Entwicklung. Jede Situation die mich anstrengt, zeigt mir, „hier steckt eine Aufgabe für mich“, der ich mich dann - mal früher, mal später - stelle.

Ich habe gelernt, in mich zu horchen und (meist) frühzeitig zu erkennen, wo Kraft und Licht benötigt werden, um Veränderungen zu ermöglichen und meinen Körper, meine Seele und meinen Geist frisch und gestärkt aus der Situation hervorgehen zu lassen.

Menschen zu helfen ist mir eine Freude, doch zu erkennen, Menschen zu belassen, wenn Sie nicht bereit für Veränderungen und der Arbeit an sich sind, war eine Herausforderung. Manchmal fällt es mir auch heute noch schwer, doch das gehört zu meinem Wunsch zu unterstützen. Ich gebe nicht ganz so schnell auf, aber ich lassen Menschen ihren Weg gehen, wenn sie wollen auch unverändert. Dann ziehe ich mich zurück und warte, denn früher oder später kommen viele Menschen dann doch mit dem Wunsch sich zu bewegen zurück. Darauf setze ich und kann daher mehr Ruhe bewahren als noch vor einigen Jahren. 

Meine Kraftspender sind die Natur, vor allem Wald, Wasser und Berge. Wann immer möglich, gehe ich in die Natur, und sei es für wenige Minuten, denn die körperliche Bewegung führt mich vielfach zu neuen Ideen.

Im Urlaub finde ich Entspannung beim Wandern in den Bergen und beim Kajakfahren. Tanzen und Malen sind weitere Energiespender, denen ich mich leider zu selten widme.

Außerdem verbringe ich einen Teil meiner Zeit damit, mich kontinuierlich weiterzubilden. Denn wir lernen nie aus, solange wir leben und das finde ich wunderbar. Es ist für mich ein Geschenk, mit Klienten zu arbeiten und erleben zu dürfen, wie sich deren Welt zum Positiven verändert. Ich würde mich freuen, wenn wir uns kennenlernen und sehen, ob wir ein Stück Ihres Weges gemeinsam gehen wollen.