Pusteblume im Sonnenlicht

Angststörungen

Angststörungen - Grundsätzliches

Grundsätzlich darf man sagen: Angst ist wichtig, da sie uns beispielsweise dazu befähigt in einer gefährlichen Situation rasch (automatisch) zu reagieren.

Geraten psychisch gesunde Menschen in große Gefahr, reagiert ihr Organismus mit Herzklopfen, Schweißausbrüchen und Zittern. Diese Angstreaktionen mobilisieren den Organismus zu Abwehrreaktionen (Kampf) oder Flucht. Dafür sorgt unter anderem ein hoher Pegel des Stress-Hormons Cortisol. Das kann in Notsituationen lebensrettend sein.

Angst ist also grundsätzlich nichts schlechtes, solange sie uns nicht belastet und von einem positiven, angenehmen Leben abhält.

Wissenschaftler unterscheiden zwischen Furcht und Angst. „Furcht entsteht dann, wenn es eine klare Bedrohung gibt – zum Beispiel wenn man von einem Fremden verfolgt wird“, sagt Prof. Dr. Ulrich Ettinger vom Institut für Psychologie der Universität Bonn. Manchmal wird auch von "Real-Angst" gesprochen, einfach weil die Ursache real vorhanden ist.

Angst stellt sich häufig bei nicht eindeutigen Situationen ein, dort wo es nur ein Gefühl bleibt, ohne einen realen Auslöser. Ein ungutes Gefühl im Keller oder auf dem Weg an einem dunklen Park entlang, ein unbekanntes Geräusch kann – vor allem in der Nacht – bei manchen Menschen regelrechtes Herzrasen verursachen.

Wir verwenden vielfach das Wort „Angst“ synonym für beide Emotionen. „Die beiden Gefühle unterscheiden sich jedoch deutlich auf der körperlichen, gedanklichen und hirnphysiologischen Ebene“, sagt Prof. Ettinger.

Angst ist konditioniert, also erlernt. Beteiligt daran ist der sogenannte Mandelkern in unserem Gehirn, die Amygdala. Sie speichert Situationen und Reaktionen, sie erkennt ähnliche Situationen und kann diese auf potenzielle Gefahren prüfen. Je öfter eine bestimmte Situation wiederkehrt, desto mehr Furchtgefühl entsteht. Die Furchtreaktion findet dann - zum Eigenschutz aus Sicht der Amygdala - bereits bei geringeren Reizen statt. Ohne die Amygdala wären wir wahrscheinlich furchtlos, was gefährlich sein kann. Sie verarbeitet Impulse von außen (z. B. bei einem Gewitter) und leitet die aus ihrer Sicht passende Reaktion an das vegetative Nervensystem weiter. Fehlfunktionen der Amygdala werden mit zahlreichen gesundheitlichen Störungen in Verbindung gebracht, unter anderem für posttraumatische Belastungsstörungen (z. B. nach einem Unfall), Phobien oder andere Angststörungen. 

Angststörungen finden sich beispielsweise häufig in Verbindung mit depressiven Erkrankungen. Aber nicht jeder der Angst hat, leidet deshalb an einer Depression.

Diagnostisch wird bei Angsterkrankungen unter anderem zwischen Panikstörungen, generalisierten Angststörungen, sozialen Angststörungen und Phobien unterschieden.

Das Gute an diesem Thema: Angsterkrankungen sind gut behandelbar. Laut Definition liegt eine Angsterkrankung vor, wenn Ängste das gewohnte Leben mehr als sechs Monate dominiert oder eingeschränkt haben. Es lohnt sich frühzeitig mit der Behandlung zu beginnen, denn leider vergehen Ängste nach einer Dauer von mehr als sechs Monaten selten von selbst. Eine gezielte Therapie kann teilweise rasch Entlastung bringen.

Meine persönliche Sicht auf das Thema Angst

Meine eigenen Erfahrungen haben mir gezeigt, dass es hilfreich ist sich der eigenen Angst zu stellen. Sie anzuerkennen, als etwas das (zumindest zeitweise) zu mir gehört. Sie also als Teil von mir anzunehmen. Solange ich die Angst verdrängt habe, versuchte ich Situationen in denen sie entstehen könnte zu vermeiden. Das war hinderlich und anstrengend. Beispielsweise hat mich meine Angst vor Spinnen beim Camping stark beansprucht. Wenn ich nachts eine Spinne im Zeltdach gesehen habe, konnte ich nicht mehr schlafen, sondern wollte schreien und weglaufen. Da ich mich vor meinem damaligen Freund nicht blamieren wollte, habe ich die ganze Nacht das Tier nicht aus den Augen gelassen. Was meinem Urlaub und Schlaf nicht gut getan hat. Am Ende bin ich doch meist irgendwann erschöpft eingeschlafen und habe dann beim Aufwachen panisch die Spinne gesucht. Die Angst im Dunkeln war ebenso belastend. Die Arbeit an solchen klar definierten Ängsten ist anders, als die Bewältigung von subtilen Ängsten, wie die zu Versagen, vor Krankheit, Einsamkeit, Verlassen werden oder Ablehnung. Doch es gibt einige gute Methoden, um sich mit den eigenen Ängsten auseinander zu setzen. Die Anerkennung der eigenen Angst und die Akzeptanz, dass sie ein Teil von uns ist, ist ein erster wichtiger Schritt in die Bewältigung und Entlastung. Dabei helfen Techniken aus dem NLP, Klopfakupressur, Meditationen uvm. Wenn Sie mit mir diese Reise antreten möchten, werden wir sehen, welche Technik für Ihre Themen passt.

Panikstörungen

Die Panikstörung führt anfallsartig und wiederkehrend zu meist starken körperlichen und psychischen Symptomen, die ohne konkreten Auslöser und daher nicht vorhersagbar sind und unvermittelt auftreten. Diese Attacken können dabei Minuten oder Stunden anhalten, meist vergehen Sie glücklicherweise nach weniger als 30 Minuten. Die Häufigkeit kann stark schwanken und hängt dabei oftmals von der jeweiligen Lebenssituation und Tagesverfassung ab. Leider steigern sich solche Attacken vielfach. Schon aus Angst davor, dass die Angst wiederkommt, programmieren sich die Betroffenen bereits auf die nächste Panik. Die Häufigkeit schwankt zwischen mehrfach im Monat bis hin zu mehrfach am Tag. Die Betroffenen werden durch die Angst vor der nächsten Panik teils sehr eingeschränkt in ihrem täglichen Leben. Die Agoraphobie, landläufig Platzangst, ist mit rund zwei Drittel aller Fälle wohl die am häufigsten vorkommende Art der Panikstörung. Die Panik entsteht dabei oft durch Menschenmengen, im Aufzug, Bus, Flugzeug oder auf öffentlichen Plätzen. Die Betroffenen haben Angst peinliches Aufsehen zu erregen, wenn sie in der entsprechenden Situation eine Panikattacke erleiden und keinen Ausweg aus der Situation sehen. Dies führt zu einer sehr starken Einschränkung für die Betroffenen, weil sie diese Situationen wo immer es geht meiden.

Mögliche Symptome einer Panikstörung sind Herzklopfen, Enge in der Brust oder im Hals, Atemnot, Schweißausbrüche, Erstickungsgefühle, Zittern, Übelkeit, Schwindel, Angst vor Kontrollverlust oder wahnsinnig zu werden.

generalisierte Angststörung

Von einer generalisierten Angststörung spricht man, wenn Menschen unter ständiger Angst und Besorgnis, beispielsweise vor Krankheiten, Verletzungen, Verlust geliebter Personen oder finanziellen Problemen leiden. Die Angst ist dabei in unrealistischer Weise übersteigert. Ein wichtiges Merkmal für die Diagnose einer generalisierten Angststörung ist das (dauernde, wiederkehrende) Gefühl einer nahenden Katastrophe. Begleitend zu den fortlaufenden Sorgen und Ängsten kommt es vielfach, wie bei der Panikstörung, zu körperlichen Symptomen wie Schlaflosigkeit, allgemeine Unruhe, Herzrasen, feuchten Händen, Kloßgefühl im Haus oder Verspannungen des Nackens/Rückens. Der Hauptunterschied liegt in dem Auftreten der Symptome. Die Panikstörung entsteht unvermittelt und stark, sie ist jedoch zeitlich befristet und somit vorrübergehend. Die generalisierte Angststörung hat einen eher dauerhaften Charakter hat und die Symptome verteilen sich dabei meist anhaltend über den Tag.

soziale Angststörungen

Bei sozialen Angststörungen wird der Stress ausgelöst durch das Gefühl von anderen Menschen kritisch beobachtet oder abgewertet zu werden. Betroffene haben große Probleme mit öffentlichen Auftritten, Prüfungsangst ist eine Variante, wenn sie über das „normale“ Maß einer Anspannung vor einer Prüfung hinausgeht. Manche Menschen haben bereits panische Angst vor einem Personalgespräch oder ein Restaurant zu betreten und dort zu essen oder auch Fremde Mitmenschen anzusprechen oder in der Schule oder an der Uni aktiv am Unterricht teilzunehmen. Soziale Angststörungen sind somit eine extreme Übersteigerung der Schüchternheit. Wenn Betroffene solche Situationen durchleben leiden sie vielfach an Übelkeit, Angst zu Erbrechen, Urindrang, vor allem an Zittern, Erröten und auch einer unsicheren Stimme, wenn sie aufgefordert werden etwas zu sagen.

Phobien

Eine Phobie kann vorliegen, wenn die Angst durch eindeutig definierte, eigentlich harmlose, ungefährliche Situationen hervorgerufen wird. In der Folge werden diese Situationen typischerweise vermieden oder mit viel Mühe ertragen. Phobien können sich dabei auf körpereigene Reaktionen beziehen, z. B. Herzklopfen oder Schwächegefühl und der daraus entstehenden Angst zu Sterben. Dazu gibt es eine Vielzahl von sogenannten spezifischen Phobien, beispielsweise vor dem Zahnarzt, bestimmten Tieren wie Spinnen, vor engen Räumen oder Räumen/Plätzen mit vielen Personen. Diese spezifischen Ängste gehören zu den häufigsten Angststörungen, fast jeder Zehnte leidet mindestens einmal im Leben daran. Alleine die Vorstellung, dass die phobische Situation eintreten könnte, erzeugt meist schon Erwartungsangst. Meist sind sich die Betroffenen ihrer übertriebenen Reaktion bewusst und schämen sich dafür, können sich jedoch selbst nicht helfen.

Ängste - Coaching oder Therapie?

Solange die Angst, beispielsweise vor einer Menge von Menschen frei zu sprechen mit Training, Logik und beispielsweise passenden Entspannungs- und Atemübungen zu bewältigen ist, kann dies im Rahmen eines Coachings bearbeitet werden.

Wenn Ängste so stark sind, dass sie das Leben beeinflussen, zur Last werden und die Freude am Leben beinflusst wird, ist die Abklärung möglicher organischer Themen der erste Schritt, nach dieser Ausschlussdiagnose ist eine Psychotherapie das Mittel der Wahl. Wir können verschiedene Wege wählen, abhängig von der Stärke und der Art der Ängste. Neben der klientenzentrierten Gesprächstherapie können hier vor allem Methoden des Mentalen Trainings (z. B. Arbeit mit Glaubenssätzen), Klopfakupressur, Arbeit mit dem inneren Kind und Elemente aus dem NLP (z. B. Timeline-Arbeit) zur Anwendung kommen. Außerdem natürlich Entspannungs- und Atemtechniken.